Kameratasche nähen – Innenleben einfach selbst gestalten

„Als nächstes nähe ich mir eine Kameratasche, die aber im besten Fall nicht aussieht wie eine Kameratasche…“ – Großspurig habe ich vor ca. 2 Wochen auf Instagram mein nächstes Nähprojekt angekündigt. Vielleicht etwas zu übereilt, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Denn ich wollte meine neue Kameratasche am liebsten schon vor meinem New York Urlaub Ende Januar fertig haben. Grund dafür war, dass ich mir Anfang des Jahres ein zweites Objektiv, ein Potraitobjektiv, geholt hatte und dieses natürlich im Urlaub zum Einsatz kommen sollte – es aber auch entsprechend geschützt sein musste.

Leider kam jedoch eine erneute Erkältungswelle dazwischen und ich lag die Woche vor meinem Urlaub komplett flach. Ein bisschen war ich auch selbst Schuld, da ich meine Erkältung vor Weihnachten nicht erst genommen habe und einfach weiter gemacht hatte. Anderen sagt man immer sie sollen nach Hause gehen und sich ausruhen und auskurieren – aber man selbst schafft es dann meistens doch nicht. Ihr kennt das sicherlich 🙂 . Somit musste das Projekt „Kameratasche“ leider erst einmal ruhen und ich habe mich voll darauf konzentriert, mit viel liegen, schlafen und Tee trinken, für den Urlaub und v.a. den langen Flug wieder fit zu werden.

Kameratasche

Jedoch musste meine Kamera und mein neues Potraitobjektiv nicht komplett ohne Schutz reisen, da ich mir noch kurz vor dem Beginn meiner erneuten Erkältung eine Art „Kameratasche-Innenleben“ genäht hatte. Den Tipp für das Tutorial dazu habe ich von einer meiner lieben Abonnentinnen auf Instagram bekommen. DANKE nochmal dafür – ich finde den Austausch in der Insta-Näh-Community einfach super!

Kameratasche-Innenleben

Was genau meine ich also mit „Kameratasche-Innenleben“ (mir ist leider keine noch blödere Bezeichnung dafür eingefallen – wenn ihr Vorschläge habt – gerne her damit 😉 ). Mit „Kameratasche-Innenleben“ meine ich eine kleine Tragetasche, die zum einen super gepolstert ist und eine Aufteilung für all euer Kamerazubehör, wie Objektive, Akkus etc. besitzt. Zum anderen aber könnt ihr sie in jede beliebige Handtasche stecken (sofern die Größe passt). Und somit hat man eigentlich auch schon seine Kameratasche, die nicht aussehen soll wie eine Kameratasche 😉 .

Kameratasche

Das Tutorial dazu findet ihr bei Kelley auf ihren „How Joyful Blog“ . Ich kam super mit der bebilderten Anleitung klar. Bei der Umrechnung von inch in cm habe ich immer etwas gerundet, was dem endgültigen Nähergebnis aber nichts ausgemacht hat. Es  kommt hierbei ja nicht auf jeden mm an und es gibt keine Nähte bzw. Muster, die mm-genau aufeinander treffen müssen.

Stoffauswahl

Meine Stoffe hierfür habe ich mal wieder bei Stoff & Stil in Köln gefunden. Diesmal habe ich mir auch extra die Etiketten aufgehoben, so dass ihr die Stoffe wiederfinden könnt. Außerdem habe ich sie euch noch verlinkt, da ich endlich einmal Stoffe hatte, die auch online verfügbar sind (JAAAA!).

Als Außenstoff habe ich ein Baumwollwachstuch in Mintgrün verwendet (Artikelnr. 861545 / 0,5m). Da die Tragetasche ja in sämtlichen Handtaschen abgestellt wird oder ggf. auch mal auf den Boden etc., wollte ich einen Stoff der robust und auch abwaschbar ist.

Kameratasche

Als Innenfutter habe ich ein einfaches Polarfleece passend in Staubgrün vernäht (Artikelnr. 220477 / 1m). Kelley benutzt auf ihren Blog Filz. Dieser bietet wahrscheinlich noch etwas mehr Standfestigkeit. Durch den eingenähten Schaum, reicht aber auch ein schöner, weicher Fleece vollkommen aus.

Als Schaumstoffeinlage habe ich eine Vliesline verwendet und zwar die „Vliesline Style“ mit der Artikelnr. 9530. Hiervon habe ich mir 0,4m abschneiden lassen. Diese war auch vollkommen ausreichend. Ich würde schätzen, dass sie ca. 0,5cm dick ist.

Zu guter letzt habe ich dann auch noch den farblich, passenden Klettverschluss in der Farbe Army bei Stoff & Stil gefunden und habe hiervon jeweils 2x20cm mitgenommen.

Und fertig ist unsere Materialliste. Bei Stoffen habe ich jeweils noch etwas übrig. Man kommt also auch mit 10-20cm weniger von jedem einzelnen Stoff klar 🙂 . Kelley verwendet für die Verstärkung der Trageriemen noch ein Stück Seil, darauf habe ich aber verzichtet. Die Trageriemen sind auch so stabil genug. Man trägt die Tasche ja normalerweise nicht einzeln mit sich rum, sondern hat diese ja in seiner eigentlichen Handtasche verstaut.

Kameratasche

An der einen kurzen Seite habe ich dann aus dem Wachstuch noch eine kleine Innentasche eingenäht, in der ich meinen Zweitakku oder meine Speicherkarten verstauen kann.

Ich finde diese Art der Kameratasche super praktisch, da ich nun zunächst (solange ich noch nicht meine „richtige“ Kameratasche genäht habe) all meine Handtaschen als Kameratasche umfunktionieren kann und somit alles immer auch zum Outfit passt 😉 .

Verarbeitung

Von der Verarbeitung her könnte man einiges natürlich noch schöner und sauberer lösen. Wie z.B., dass die Ecknähte nach innen gewendet und versteckt sind oder dass man auch die Trennwände komplett wendet, so dass keine Nähte zu sehen sind. Da es sich ja aber nur um ein Innenleben handelt, kann ich damit leben und es ist so auch definitiv für Anfänger einfacher zum nachnähen geeignet. An den Ecken wird es am Ende auch wirklich ganz schön dick mit den Stofflagen. Das war der Zeitpunkt an dem ich auch wieder ehrfürchtig meine Maschine gelobt habe, da sie immerhin schon über 20 Jahre alt ist 😉 . Wobei ich mir auch leicht schräg vor kam, alleine im Raum laut meine Nähmaschine zu loben 😀 . Aber ich hoffe einfach mal, dass ich nicht die einzige bin, der sowas passiert 🙂 .

Kameratasche

Wie schon bereits erwähnt ist damit das Hauptprojekt Kameratasche natürlich noch nicht abgeschlossen. Ich sehe das Ganze jetzt als eine kleine Einstimmung. Immerhin hab ich jetzt schon einmal ein Gefühl für mögliche Materialien bekommen 🙂 .

Hat von euch vielleicht schon jemand mal eine Kameratasche genäht? Oder spricht noch jemand ab und zu mit seiner Nähmaschine – bitte sagt mir, dass ich nicht alleine bin?! 🙂

Liebste Grüße

Eure Anja

2 Kommentare bei „Kameratasche nähen – Innenleben einfach selbst gestalten“

  1. Liebe Anja,
    die Tasche ist sehr schön geworden, freut mich, dass du meinen Tipp verwenden konntest 😉
    Der Außenstoff sieht echt toll aus! Danke, dass du ihn mit verlinkt hast.
    Und mach dir keine Sorgen, ich spreche meiner Maschine auch hin und wieder Mut zu 😀
    Liebste Grüße
    Anita

    1. Hallo Anita!!! Ah super, dass du mich gefunden hast 🙂 Vielen lieben Dank nochmal! Das war echt ein super Tipp! Ich hoffe, du nähst deine jetzt auch bald! LG Anja

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