Stoffe online kaufen Tipps

Stoffe online kaufen – Tipps zum Online-Stoff-Shopping + Freebie

Was Stoffe angeht, bin ich normalerweise ein totaler Fan vom Offline shoppen. Aber manchmal geht es eben nicht anders. Zum einen, weil die Auswahl an Stoffläden im Umkreis sehr begrenzt ist oder weil man in keinem Laden genau den Stoff findet, den man sich vorgestellt hat. Und gerade in der aktuellen Situation ist man (leider) sowieso auf das Online Shoppen mehr oder weniger angewiesen. Stoffe online kaufen, kann v.a. Nähanfänger im ersten Moment total überfordern. Deswegen gibts in diesem Beitrag meinen Tipps und Tricks zum Stoffe online kaufen. Im ersten Punkt, möchte ich dir aber dennoch erstmal das Offline Shoppen ans Herz legen – warum erfährst du auch in diesem Beitrag. Am Ende des Beitrags wartet außerdem ein kleines Freebie auf dich. Meine Vorlage mit der ich mir in den letzten Jahren mein kleines Stofflexikon angelegt habe und das mir beim Online Shoppen schon enorm weitergeholfen hat. Ich würde sagen, wir legen direkt mal los!

Stoffe online kaufen – Tipps

1. Shoppe zunächst offline im Stoffladen

Wie jetzt? Du sollst zunächst im Stoffladen shoppen? Ja genau, du hast richtig gelesen. Gerade, wenn du Nähanfänger bist und am Beginn deiner Nähkarriere stehst, würde ich dir raten zunächst einen Stoffladen aufzusuchen. Vor allem als Nähanfänger fühlt man sich schnell verunsichert im Begriffsdschungel. Da gibt es 10 Bezeichnungen für Jersey, 20 für verschiedene Baumwollarten und auch Viskose gibt es plötzlich in den unterschiedlichsten Formen und Varianten. Deswegen gehe zunächst in einen Stoffladen und fühle, fühle, fühle was das Zeug hält. Denn nur durch das direkte Anfassen bekommst du ein erstes Gefühl dafür, wie sich welche Stoffart verhält. Streichle die verschiedene Stoffe aber nicht nur, sondern rolle sie auch mal einen Meter vom Ballen ab und halt sie vor deinen Körper. Dabei kannst du auch schon etwas erkennen, wie der Stoff so fällt. Denn nur durch das Fühlen erfährst du noch nicht wie sich der Stoff verhält. Dabei wirst du feststellen, dass ein Baumwolljersey ganz anders fällt als z.B. ein dünner Viskosejersey. Und dass sich ein Sommersweat und Wintersweat ebenfalls stark unterscheiden. Auch eine Viskose kann je nach Gewicht und ggf. Polyesteranteil völlig unterschiedlich fallen und sich vor allem völlig unterschiedlich auf deiner Haut anfühlen.

Lass dir, wenn möglich, Stoffproben mitgeben

In den amerikanischen Stoffläden ist das völlig normal. Bei uns in Deutschland oder generell in Europa ist mir das noch nicht so extrem aufgefallen. Das Mitnehmen von kleinen Stoffproben aus dem Stoffladen. Bei Mood Fabrics (einer meiner absoluten Lieblingsstoffläden – sie liefern auch 😉 ) in New York war ich erst etwas verwundert, da die Kanten der Stoffe total zerschnitten waren. Das kommt aber daher, da sich viele (vor allem Designer und Modedesign-Studenten) von den unterschiedlichsten Stoffen kleine Stoffproben mitgeben lassen, die direkt aus den Stoff geschnitten werden. Ich denke meist werden daraus Mood-Boards erstellt um Ideen zu sammeln und neue Ideen und Kollektionen zu entwickeln.

Falls es also in deinem Stoffgeschäft möglich ist, lass dir eine kleine Stoffprobe mitgeben. Diese muss nicht größer als 9x9cm sein. Notiere dir aber, welche Stoffart es ist und falls möglich, welches Gewicht pro qm der Stoff hat. Dies können dir oft die Verkäuferinnen im Laden mitteilen oder du findest die Angaben irgendwo auf dem Karton, auf dem der Stoff aufgewickelt ist. Falls du im Stoffladen auch Kleidungsstücke aus diesem Stoff oder dieser Stoffart siehst, dann notiere dir auch, was du direkt aus diesem Stoff nähen könntest. Das kann sein z.B. T-Shirt, Shorts, Etuikleid etc.

Diese Stoffproben und Infos sammelst du dann und erstellst dir so nach und nach dein eigenes Stofflexikon. Eine passende Vorlage dafür, stelle ich dir am Ende des Beitrags kostenlos zur Verfügung.

2. Nimm deinen Kleiderschrank und deine Kaufkleidung einmal genauer unter die Lupe

Im Waschetikett deiner Kleidung findest du eigentlich immer einen Hinweis auf die verwendeten Materialien von deinem Kleidungsstück (sofern du es nicht entfernt hast – viele haben da ja nen kleinen Tick 😉 ). Gerade, wenn du erst mit dem Nähen begonnen hast, kann es deshalb sinnvoll sein, einmal zu schauen, aus welchen Stoffen die verschiedenen Kleidungsstücke gefertigt werden. Und falls du alte Kleidungsstücke hast, die du nicht mehr benötigst oder die kaputt sind, kannst du dir auch aus diesen eine „Stoffprobe“ schneiden und dir die Zusammensetzung des Stoffes notieren. Mit einer sehr genauen Gramm-Waage und etwas Rechnerei, kannst du dann sogar selbst das Gewicht pro qm ermitteln.

3. Stoffproben online bestellen

Jetzt kommen wir aber wirklich zum Stoffe online kaufen. Du sitzt nun vor deinem PC und hast dich schon durch die Vielzahl an Stoffen geklickt und auch schon ein paar passende für dein nächstes Nähprojekt gefunden. Ganz sicher bist du dir aber dennoch nicht, was die Beschaffenheit des Stoffes angeht und ob er geeignet ist. Wenn dem so ist, dann rate ich dir auch hier, bestelle dir ein paar Stoffproben. Bei vielen Onlineshops kannst du eine gewisse Menge an Stoffproben sogar kostenlos bestellen und musst nur das Porto zahlen. Aber selbst, wenn du 1€ pro Stoffprobe zahlen musst oder etwas mehr, ist dies wirklich gut investiertes Geld.

Zum einen kannst du dir ggf. einen teuren und ärgerlichen Fehlkauf ersparen und du kannst die Stoffproben wieder direkt für dein persönliches Stofflexikon verwenden und vielleicht bei deinem nächsten Nähprojekt schon darauf zurückgreifen. Gerade bei Onlineshops findest du alle Infos zur Beschaffenheit des Stoffes sehr genau. Sei es das Gewicht oder die exakte Zusammensetzung. Notiere dir einfach alle Infos, die du zu deiner bestellten Stoffprobe findest.

Stoffe online kaufen

4. Farbvergleich auf mehreren Geräten durchführen

Die Sache mit der Farbe. Die echte Farbe eines Stoffes genau zu ermitteln, kann selbst manchmal im Stoffladen eine Herausforderung sein. Sieht der Stoff doch im Regal und unter der Neonlampe völlig anders aus als im Tageslicht am Schaufenster. Beim Stoffe online kaufen ist das Erkennen der richtigen Farbe, dann noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Du kannst leider keinen Einfluss darauf nehmen unter welchen Lichtbedingungen und Kameraeinstellung der Shopbetreiber den Stoff fotografiert hat. Aber ein paar Tricks können helfen, um zumindest ein grobes Gefühl über die genaue Farbe zu bekommen.

Schau dir deinen Stoff einmal auf deinen Laptop, an deinem Handy, am Desktop PC, am Tablet oder auch am Handy deines Freundes, Mannes, Mama etc., wenn diese ein anderes Modell als du verwenden. Wenn die Farbe deines Stoffes auf allen Geräten einigermaßen ähnlich rüberkommt und dir die Farbe auf allen Geräten gefällt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Stoff auch in „Echt“ deinen Erwartungen entsprechen wird.

5. Auf das Gewicht achten

Wie bereits schon am Anfang dieses Beitrages erläutert, gibt das Gewicht pro qm eines Stoffes eine enorme Auskunft über die Beschaffenheit deines Stoffes und wie sich dieser später wahrscheinlich verhalten wird. Zu Beginn kann man aber mit den Gewichtangaben oftmals wenig bis gar nichts anfangen. Umso besser ist es dann, wenn du schon auf deine Erfahrung oder dein selbstangelegtes Stofflexikon mit Stoffproben zurückgreifen kannst. Wenn du schon Stoffe mit ähnlichem Gewicht verarbeitet hast, kannst du so die Beschaffenheit und den Fall des Stoffes viel besser auch vor dem PC einschätzen.

Was aber, falls du keine Referenzstoffe zu Hause hast? Je leichter ein Stoff ist, desto leichter und luftiger ist natürlich sein Fall. Suche dir sonst einmal zwei komplett verschiedene Stoffe heraus, um ein Gefühl für das Stoffgewicht zu bekommen. Nimm dir z.B. einen durchsichtigen Chiffon als ein sehr leichtes Beispiel als Referenz und einen dicken Sweatshirtstoff als Beispiel für einen schweren, dickeren Stoff. Viskosejersey, aus dem deine meisten T-Shirts sein werden eignet sich als gute Mitte. Durch diese drei Anhaltspunkte bekommst du nun schon ein Gefühl, welches Gewicht „schwer“ und welches Gewicht „leicht“ für einen Stoff ist.

6. Die Größe des Musters / des Rapports beachten

Vor allem bei gemusterten Stoffen solltest du einen genauen Blick auf die Größe des Musters / des Rapports haben. Die Produktbilder allein geben dir oftmals noch kein wirkliches Gefühl dafür, ob die Punkte, Streifen oder Blumen nun eher 4cm oder doch eher 4mm groß bzw. breit sind. Oftmals wird versucht das Muster einmal komplett auf dem Produktbild zu zeigen. Das Verhältnis ändert sich somit von Produktbild zu Produktbild und ein Vergleich der verschiedenen Muster anhand der Bilder allein wird sehr schwierig.

In der Beschreibung, aber auch oftmals auf den Produktbildern selbst, ist deshalb angegeben wie groß der „Rapport“ des jeweiligen Stoffes ist. Oftmals gibt es auch Produktbilder, die an den Kanten ein Lineal als Referenz mit eingezeichnet haben.

Rapport = der Teil des Musters, der sich immer wieder auf dem Stoff wiederholt. Ein gemusterter Stoff entsteht dadurch, dass ein Muster (Rapport) immer wieder aneinander gereiht wird. 

Achtet also immer darauf, ob die Streifen z.B. wirklich so breit sind, wie ihr diese haben wolltet und ob die Größe des Musters wirklich euren Vorstellungen entspricht und für euer Projekt geeignet ist. Auch hier kann es helfen, wenn ihr euch die Größen einmal auf einem Blatt Papier aufzeichnet. Ihr könnt auch einen Screenshot von eurem Produktbild mit dem Rapport machen und diesen in z.B. Powepoint auf Originalgröße ziehen und einmal ausdrucken. So bekommt ihr in jedem Fall ein richtiges Gefühl für die Größe und Anordnung des Musters.

7. Die verschiedenen Stoffarten kennen

Und zu guter Letzt ist es von enormen Vorteil, wenn euch die gängigsten Stoffarten und ihre Beschaffenheiten vertraut sind. Für einen Überblick kann ich euch das Stofflexikon von Pattydoo empfehlen. Dort wird zumindest ein kurzer Einblick in die verschiedenen Stoffarten und ihre Verwendung gegeben und ihr bekommt ein erstes Gefühl dafür. Ich kann euch auch empfehlen einfach mal Kleidungsstücke mit dieser Stoffart zu googeln oder bei Pinterest zu suchen. Z.B. Kleider aus Romanitjersey oder Röcke aus Jaquard. Diese Suchen können Euch auch helfen einen Eindruck darüber zu bekommen, wie Kleidungsstücke aus den entsprechenden Stoffen aussehen können und vor allem für welche Art von Kleidungsstücke die Stoffe überwiegend verwendet werden.

8. Erstelle dein eigenes Stofflexikon

Last but not least – das worauf ich in diesem Beitrag auch schon mehr oder weniger hingearbeitet habe – ERSTELLE DIR DEIN EIGENES STOFFLEXIKON!

Mit deinem eigenen Stofflexikon wird dir nach und nach das Stoffe online kaufen immer einfacher fallen. Sammle dafür deine ganzen Stoffproben und schneide dir auch aus den Resten, deiner bereits vernähten Stoffe, immer etwas ab und klebe diese in dein Stofflexikon. Notiere dir nach jedem Stoffkauf die Eigenschaften und vor allem das Gewicht deines Stoffes. Mache dir auch Notizen zu der Beschaffenheit des Stoffes und welche Kleidungsstücke du bereits daraus genäht hast oder für welche Kleidungsstücke und Schnitte der Stoff geeignet ist.

Lade dir dafür gerne meine Vorlage herunter. Du musst diese nur ausdrucken und kannst direkt loslegen. Du kannst die Vorlage aber auch verwenden, um deine Nähprojekte zu planen. Oftmals kauft man ja direkt Stoff für mehrere Nähprojekte, die man im Kopf hat aber vergisst dann den Stoff in der Stoffkiste und im schlimmsten Fall auch das Nähprojekt dazu. Damit dir das nicht mehr passiert, klebst du einfach ein kleines Stück deines Stoffes auf die Vorlage und notierst dir dein nächstes Nähprojekt. So ist der Stoff für dein Stofflexikon, aber auch als Erinnerung für deine Nähprojekte „archiviert“.

Was hältst du von der Idee deines eigenen Stofflexikons? Oder sammelst du sowieso schon immer deine Stoffe und notierst dir die Eigenschaften?

Lade dir das Layout herunter, dass am Besten zu dir passt und fülle die Seite nun nach und nach, nach jedem Stoffkauf mit Leben. Schon nach ein paar Wochen wirst du ein kleines Lexikon haben, dass dir beim Online-Stoff-Kauf in jedem Fall weiterhelfen wird. Der Platz für deine Nährprojekte ist bewusst etwas größer gehalten. So kannst du dich gerne auch noch künstlerisch austoben und deine kommenden Projekte skizzieren.

Stoffe online kaufen Tipps - Vorlage Stofflexikon

Übrigens findest du unter meiner Blogrubrik „Shop my fabric“ entweder meine verwendeten Stoffe oder ähnliche für dein nächstes La Bavarese Projekt. Alle dort gezeigten Stoffe kannst du online bestellen.

Ich hoffe, dass ich dir mit meinen Beitrag und meinen Tipps zum Stoffe online kaufen weiterhelfen konnte und v.a., dass dir meine Vorlage gefällt.

Liebste Grüße

Anja

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