Stoff smoken mit der Nähmaschine

Stoff smoken mit der Nähmaschine

Wolltest du schon immer einmal Stoff smoken? Ich zeige dir heute wie du ganz einfach deinen Stoff smoken kannst – du brauchst dafür nur deine Nähmaschine und einen elastischen Nähfaden. Am Ende des Beitrages findest du außerdem mein Video-Tutorial zum Nähen Stoff smoken mit der Nähmaschine.

Durch die Technik des Smokens kannst du relativ einfach und auch als Anfänger tolle Effekte auf deine Kleidungsstücken zaubern. Bei meinem Kleid PAOLA wird z.B. die komplette Taille im Vorder- und Rückenteil mit 6 gesmokten Reihen gerafft. Dabei schmiegt sich das Kleid nicht nur wunderbar an deine Figur an, sondern du erzielst damit auch noch einen super Effekt.

(P.S.: Den Blogbeitrag zu PAOLA mit allen Details zum Schnittmuster findest du hier.)

Mit einer Smokenaht kannst du aber auch wunderschöne Saumabschlüsse erzielen. Hier siehst du als Beispiel den Ärmelsaum meiner Bluse VALENTINA. Durch eine einfache Reihe mit dem elastischem Nähgarn entsteht ein wunderschöner, leicht verspielter gerüschter Saumabschluss. Ob du dann den Saum einfach doppelt einschlägst oder wie ich hier mit einem Rollsaum säumst, ist dabei ganz dir überlassen. Auch bei PAOLA enthält die kürzere Ärmelvariante eine Reihe mehrerer Smokenähte wodurch dein Ärmel leicht gerafft wird.

Unterschied Smokenaht und normale Naht (Steppnaht)

Bei einer normalen Steppnaht werden Ober- und Unterfaden in der Stoffmitte miteinander verschlungen. Dadurch wird nur ein Faden auf der jeweiligen Seite sichtbar. Nähst du z.B. mit einem roten Oberfaden und einem blauen Unterfaden eine Naht auf deinem Stoff, bei dem die rechte Stoffseite nach oben zeigt, wirst du auf der rechten Seite nur den roten Oberfaden sehen und auf der linken Stoffseite nur den blauen Unterfaden. Das Verschlingen der beiden Fäden wirst du aber nicht auf Anhieb erkennen können.

Bei einer Smokenaht mit dem Elastikfaden liegt der Elastikfaden glatt auf der Stoffrückseite (unserer linken Stoffseite). D.h. nur der Elastikfaden (blau – siehe Abbildung) wird vom Oberfaden umschlungen. Auf der linken Stoffseite siehst du somit wie der glatt liegenden Elastikfaden von dem Oberfaden umschlungen wird. Der Oberfaden wird somit auch auf der linken Stoffseite sichtbar. Auf der rechten Stoffseite ist nur unser normales Nähgarn, der Oberfaden, und nicht der Elastikfaden sichtbar.

Smokenaht linke Stoffseite
So sollte deine Naht auf der linken Stoffseite aussehen. Der elastische Nähfaden liegt glatt und wird um Oberfaden (hier gelb) umschlungen.

Stoff smoken – Wie funktioniert’s?

Aber wie funktioniert das jetzt mit dem Stoff smoken genau? Viele Wege führen wie immer ans Ziel. Ich zeige dir heute die Technik mit einem elastischen Nähfaden, der auf deine Unterfadenspule aufgewickelt wird. Elastisches Nähgarn findest du z.B. hier* und in jedem gut sortierten Kurzwarenladen und Stoffgeschäft. Die Standardfarben weiß und schwarz solltest du überall finden. Da unser elastischer Nähfaden nur auf der linken Stoffseite zu sehen sein wird, ist die korrekte Farbe also nicht ganz so wichtig. Ich empfehle weiß bei hellen Stoffen und schwarz wiederum bei dunklen. Als Oberfaden fädelst du dann dein normales, farblich passendes Nähgarn für deinen Stoff ein.

Bevor du mit dem Stoff smoken startest solltest du immer erst einmal einen Blick in die Anleitung deiner Nähmaschine werfen. Oftmals werden dort schon die Einstellungen für die verschiedenen Nähweisen beschrieben.

1. Elastischen Nähfaden aufwickeln

Stoff smoken - elastisches Nähgarn aufwickeln

Im ersten Schritt müssen wir den elastischen Nähfaden auf unsere Unterfadenspule wickeln. Das funktioniert am Besten per Hand und am besten auch ohne groß darüber nachzudenken. Der Faden sollte nämlich weder zu fest noch zu locker aufgewickelt werden. Versuche den elastischen Nähfaden auch relativ gleichmäßig auf deine Unterfadenspule zu wickeln. Falls du vor hast mehrere Smokenähte zu nähen, solltest du die Unterfadenspule auch komplett voll aufwickeln. Im Gegensatz zu einer normalen Naht, kannst du die Smokenaht nicht mitten in der Naht noch einmal neu ansetzen, falls deine Unterfaden leer wird. Ich rate dir deshalb auch, vor jeder oder jeder zweiten Naht zu kontrollieren, ob sich noch genügend elastisches Nähgarn auf deiner Unterfadenspule befindet.

2. Unterfadenspannung einstellen – wenn möglich

Stoff smoken - Unterfadenspannung einstellen

Bei vielen neueren Nähmaschine ist das leider nicht mehr möglich – bei meiner über 20 Jahren alten Pfaff aber schon – das manuelle Einstellen der Unterfadenspannung. Falls du die Möglichkeit hast deine Unterfadenspannung manuell zu verstellen, dann lockere diese etwas. Dafür musst du meist am Rädchen deiner Spulenkapsel mit einem Schraubenzieher etwas nach links drehen.

3. Oberfadenspannung lockern

Oberfadenspannung einstellen

Kannst du deine Unterfadenspannung nicht manuell einstellen, ist das aber auch kein Problem. Wir müssen nämlich auch die Oberfadenspannung lockern. Wie viel du deine Fadenspannung lockern sollst, kann man leider nicht pauschal sagen. Einige stellen die Oberfadenspannung auf 3, andere empfehlen sie auf 0 zu stellen. Das hängt von deiner Nähmaschine, deinem Nähgarn und auch deinem verwendeten Stoff ab. Ich stelle meine Oberfadenspannung meist auf 3 – damit erziele ich sehr gute Ergebnisse.

4. Stichlänge einstellen

Stichlänge einstellen zum Stoff smoken

Zum Stoff smoken verwende ich meist eine Stichlänge von 3 bis 3,5 – auch hier solltest du erst einmal etwas auf einem Probestoff probieren, bis du für dich, deine Nähmaschine und deinem Stoff die perfekte Einstellung gefunden hast.

5. Stoff smoken – die ersten Nähte

Jetzt geht es ans Nähen. Ich rate immer dazu, vorher an einem Stoffrest von deinem Stoff ein paar Probenähte zu nähen. Selbst, wenn ich meine Einstellungen und den Stoff eigentlich kenne, nähe ich immer zunächst ein paar Probenähte. Diese 2-3 Minuten sind wertvoll investierte Zeit, denn sie können dir ein mögliches Auftrennen und eine Menge Frustration ersparen.

DIE RECHTE STOFFSEITE LIEGT OBEN! Die rechte Stoffseite liegt beim Stoff smoken oben. D.h. du zeichnest dir vorher mit Kreide, einem Trickmarker oder einem Kohlestift deine Smokenaht auf die rechte Stoffseite deines Kleidungsstückes an. Prüfe bitte vorher, ob sich dein Trickmarker, Kreidestift etc. wieder rückstandslos von deinem Stoff entfernen lässt.

NICHT VERRIEGELN! Außerdem verriegelst du deine Smokenaht am Anfang und Ende NICHT mit der Nähmaschine. Lass deine Fäden etwas länger und verknote die Fäden am Anfang und Ende mit der Hand.

VORSICHT BEIM VERSÄUBERN MIT DER OVERLOCK! Möchtest du nun dein Kleidungsstück oder Schnittteil an den Seiten, an denen sich auch deine verknoteten Enden deiner Smokenähte befinden zusammen nähen, solltest du dies immer mit der normalen Nähmaschine machen. Möchtest du deine Nähte dennoch mit der Overlock schließen oder anschließend mit der Overlock versäubern, solltest du darauf achten, dass dein Messer entweder weggeklappt ist oder du nicht die verknoteten Enden deiner Smokenähte mit der Overlock wegschneidest. Falls du die verknoteten Enden entfernst, kann es nämlich passieren, dass sich deine Smokenaht wieder löst. Es musst nicht passieren, aber es kann passieren. Gehe hier also lieber auf Nummer sicher :).

Vielleicht benötigst du am Anfang etwas Zeit um die richtige Einstellung zu finden, wenn du aber einmal deine Einstellungen gefunden hast, klappt das Smoken wirklich fast wie ganz von allein. Notiere dir deine Einstellungen auch direkt auf einem Zettel, damit du beim nächsten Nähprojekt mit Smokenähten, deine Einstellungen wieder direkt parat hast.

Ein Tipp noch! Wenn du mehrere Reihen smokst, dann achte darauf, deinen Stoff beim Nähen immer wieder glatt zu ziehen. Du wirst merken, je mehr Reihen du smokst, desto mehr kräuselt sich natürlich dein Stoff. Damit deine weiteren Reihen auch ordentlich werden, solltest du darauf achten, dass der Stoff immer glatt unter deiner Nähnadel liegt.

Ich hoffe, meine kleine Anleitung konnte dir nun weiterhelfen und dass du das Stoff smoken nun mal öfters bei deinen Nähprojekten ausprobieren wirst. Hier siehst du noch einmal ein paar Smokebeispiele anhand meiner Schnittmuster PAOLA und VALENTINA.

Bei PAOLA einmal die gesmokte Taille sowie der mit mehreren Reihen gesmokte Ärmel. VALENTINA hat eine Smokenaht im Rücken um einfach in die Bluse/das Kleid reinschlüpfen zu können und ich habe hier einmal mit einer einfachen Smokenaht den Ärmelabschluss gerüscht. Deiner Kreativität sind also auch hier keine Grenzen gesetzt – und darum lieben wir doch auch das Nähen!

Achja! Falls du dich nun fragst, woher meine Stoffe sind – dann schau gerne einmal in meiner Rubrik „Shop my fabric“ auf meinem Blog vorbei. Dort findest du entweder meine verwendeten Stoffe (sofern ich sie online finde) oder ich suche schöne Alternative für dich heraus. Alle passend für dein nächstes La Bavarese Projekt.

Hier findest du auch noch mein Video-Tutorial zum Nähen mit Elastikfäden:

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Liebste Grüße

Deine Anja

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1 Kommentar zu „Stoff smoken mit der Nähmaschine“

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