Nie mehr eine unsaubere Naht – endlich schöne Nähte!

Jeder von uns hat es sicherlich schon einmal erlebt – eine unsaubere Naht. Gerade beim Nähen mit feinen Stoffen, wie Viskose oder Seide, sind unsaubere Nähte noch ärgerlicher. Zusätzlich kann es auch sein, dass dein Naht unschöne Fäden im Stoff zieht. Das muss aber alles nicht sein und meist sind die Probleme mit ein paar kleinen Handgriffen gelöst. In diesem Beitrag möchte ich meine Tipps gegen eine unsaubere Naht mit dir teilen.

Fadenzieher in feinen Stoffen
Nie mehr unschöne Fadenzieher im Stoff!

Die Tipps im Überblick – nie mehr eine unsaubere Naht

Folgende Fragen solltest du dir direkt zu Beginn stellen. Ich werde im Anschluss auf alle Fragen auch im Detail eingehen. Bei den Fragen gehe ich davon aus, dass du deine Nähmaschine korrekt und nach Anleitung eingefädelt hast. Falls du dir dabei unsicher bist, dann überprüfe dies bitte zuerst 😉 .

  1. Ist deine Nähmaschine sauber und gereinigt?
  2. Ist deine Fadenspannung korrekt?
  3. Hast du die richtige Nadel, passend zu deinem Stoff eingesetzt?
  4. Ist deine Nadelspitze beschädigt?
  5. Verwendest du qualitativ hochwertiges Nähgarn?
  6. Passt dein Nähgarn zu deiner Nähnadel?
  7. Hast du einen gleichmäßigen Nährhythmus?

Ist deine Nähmaschine sauber und gereinigt?

Sobald deine Nähmaschine etwas zickt oder eine unsaubere Naht näht, solltest du dir diese Frage EHRLICHERWEISE zuerst stellen. Wann hast du deine Nähmaschine zuletzt gereinigt? Ist sie wirklich sauber? Gerade, wenn du viel nähst, solltest du deine Nähmaschine am Besten nach jedem Nähprojekt einmal schnell durch reinigen und dann mindestens 1x pro Woche oder alle 2 Wochen eine intensivere Reinigung vornehmen. Dazu gehört auch, dass du deine mechanische Nähmaschine etwas ölst.

Oftmals sind nämlich angesammelte Flusen und Staubkörner der Grund für eine unsaubere Naht. Diese können sich unter deiner Stichplatte, im Greifer oder auch in der Spulenkapsel verheddern und dadurch ein unschönes Ergebnis hervorrufen.

Ist deine Fadenspannung korrekt?

Die richtige Fadenspannung ist das A und O für eine saubere und ordentliche Naht. Diese musst du aber ggf. je nach Stoff, Stich und Nadelstärke etwas anpassen.

Für die Fadenspannung gilt, dass die Stichverschlingung von Unter- und Oberfaden in der Mitte des Stoffes erfolgen soll. D.h. im besten Fall siehst du diese nicht. Da dies bei einem sehr feinen Stoff etwas schwierig ist (die Verknotung nicht zu sehen), solltest du beim testen der Fadenspannung ggf. auf einen etwas stärken Stoff zurückgreifen (z.B. eine einfache Baumwolle).

Findet eine Verknotung der Fäden auf der Oberseite statt, dann ist deine Oberfadenspannung zu hoch.

Im Umkehrschluss ist deine Oberfadenspannung zu niedrig, wenn die Verknotung deiner Fäden auf der Unterseite erfolgt.

Um deine Fadenspannung zu testen fädelst du am besten im Ober- und Unterfaden jeweils zwei verschiedene Farben ein und stellst einen Zick-Zack-Stich mit ca. 3-4mm Länge ein. Nähe dann ein paar Nähte, überprüfe deine Nähte und korrigiere ggf. die Fadenspannung.

Bitte beachte! Hohe Fadenspannungen strapazieren deine Nähte und haben damit einen erheblichen Einfluss auf deine Nahtqualität.

Fadenspannung einstellen unsaubere Naht

Hast du die richtige Nadel passend zu deinem Stoff eingesetzt?

Gerade bei Fehlstichen oder bei unschönen Fadenziehern in deinem Stoff solltest du einmal überprüfen, ob du die richtige Nähnadel für deinen Verwendungszweck eingesetzt hast.

Bei besonders feinen Stoffen wie Viskose, Chiffon oder Seide solltest du am besten IMMER eine Microtex Nadel in der Stärke 60 oder 70 verwenden. Je feiner und dünner dein Stoff ist, desto niedriger sollte auch deine Nadelstärke gewählt werden.

Verarbeitungstipps zum Nähen mit Viskose und Chiffon findest du auch in meinen jeweiligen Blogbeiträgen (sind verlinkt).

unsaubere Naht Microtex Nadel

Ist deine Nadelspitze beschädigt?

Deine Nähmaschine ist sauber, deine Fadenspannung korrekt und du hast die richtige Nadel eingesetzt. Dennoch hast du eine unsaubere Naht oder Fehlstiche?

Dann solltest du die Spitze deiner Nähnadel einmal überprüfen. Ist diese unbeschädigt? Fahre dafür einfach vorsichtig mit deiner Fingerspitze über die Nadel. Falls du einen kleinen Widerstand oder Haken bemerkst – Nadel bitte sofort austauschen.

Du kannst deine Nadel auch ohne spürbaren „Fehler“ einmal austauschen und testen, ob sich schon allein durch die neue Nadel dein Stichbild verbessert.

Nadelspitze beschädigt?

Verwendest du qualitativ hochwertiges Nähgarn?

Auch minderwertiges Garn kann der Auslöser für eine unsaubere Naht sein. Ich würde dir deshalb raten NIE am Garn zu sparen. Du investiert soviel Zeit in die Erstellung deines Kleidungsstückes und vielleicht auch sehr viel Geld in deinen Traumstoff. Vergiss dabei bitte nicht, auch die 1-2€ mehr in Qualitätsgarn zu investieren. Immerhin ist es das Garn, das im Endeffekt aus deinem Stoff ein Kleidungsstück macht und dieses auch zusammenhält.

Minderwertiges Garn kannst du in erster Linie daran erkennen, dass es nicht besonders gleichmäßig gesponnen ist. D.h. der Faden kann an manchen Stellen dicker und dünner sein. Außerdem kann es kleine Knötchen aufweisen.

Älteres Garn, dass du vielleicht zu Hause von Oma oder Mama noch gefunden hast, würde ich immer einen Reißtest unterziehen. Teste also vorher wie strapazierfähig das Garn noch wirklich ist und ob es auch stärkere Belastung noch standhält.

Den Reißtest kannst du auch anwenden, um beim Kauf minderwertiges Garn von höherwertigem unterscheiden zu können.

Passt dein Nähgarn zu deiner Nähnadel?

Bei der Kombination von einer zu dünnen Nadel und einem zu dicken Nähfaden kann es sein, dass sich dein Faden im Nadelöhr staut. Um dies zu umgehen müsstest du deine Fadenspannung erhöhen. Die erhöhte Fadenspannung würde aber wiederrum auf Kosten unserer Naht gehen (wie bereits oben beschrieben). Hohe Fadenspannungen führen dann auch wiederrum zu Kräuselungen bei besonders feinen Stoffen.

Ich hatte mit der Kombination aus Nähnadel und Nähgarn noch nie Probleme. Meine Viskoseprojekte nähe ich meist mit einer Microtex Nadel der Stärke 60 und verwende für alle Projekte als Garn die Gütermann Allesnäher 200m (keine Werbung, reine persönliche Empfehlung).

Hast du einen gleichmäßigen Nährhythmus?

Na, hast du schon mal etwas vom Nährhythmus gehört? Nein?! Dann wird es aber höchste Zeit ;).

Ist deine Naht z.B. zu Beginn recht gleichmäßig und im Verlauf bilden sich immer wieder Falten oder Schlingen auf der Unterseite, solltest du einmal deinen Nährhythmus überprüfen.

Nähst du immer schön gleichmäßig oder eher rückartig? Also erstmal volle Power, dann ein kurzer Stopp, alles richten und dann wieder volle Power weiter?

Du fühlst dich ertappt? Dann versuche zukünftig dir ein gleichmäßigeres Nähen anzugewöhnen. Du wirst überrascht sein wie viel das für eine saubere und gleichmäßige Naht ausmachen kann. Teste auch gerne mal einen ruckartigen Nährhythmus auf einen Probestück, um dir so die Unterschiede besser zu verdeutlichen.

Ich hoffe nun, dass ich dir mit meinen Tipps weiterhelfen konnte und du dich in Zukunft nicht mehr mit unschönen und unsauberen Nähten rumägern mussst!

Liebste Grüße

Deine Anja

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