Viskose verarbeiten

Viskose verarbeiten – meine 12 Tipps

Wie wird Viskose verarbeitet? Wie nähe ich mit Viskose? So schön das Tragegefühl und die Eigenschaften von Viskose sind, so „flutschig“ kann es manchmal bei der Verarbeitung sein. Damit dir dein nächstes Projekt aus Viskose auch sicher gelingt, habe ich dir meine 12 Tipps zur Verarbeitung von Viskose zusammengefasst.

Ich selbst bin ein riesen Viskose-Fan. Kaum bei anderen Stoffen finde ich schönere Prints und kaum ein anderer Stoff eignet sich so wunderbar für schöne weich, fließende Kleider. Auch für meine Kleiderschnitte empfehle ich eigentlich immer Viskose. Damit das nächste Projekt mit Viskose auch bei Dir gelingt teile ich nun meine 12-Tipps mit dir, was du beim Nähen mit Viskose beachten solltest.

1. Stoffe immer vorwaschen

Das kann ich eigentlich nicht oft genug sagen. Denn du solltest IMMER und nicht nur bei Viskose deine Stoffe vorher waschen. Auch wenn du waschfaul bist, mache es bitte bei der Viskose, da diese meist wirklich stark einläuft. Das heißt auch, dass du bereits beim Stoffkauf lieber ein paar cm mehr mit einplanen solltest. Du solltest aber nicht nur wegen dem Einlaufen deine Stoffe vorwaschen sondern auch aus hygienischen Gründen. Schließlich weißt du nicht wo der Stoffballen vorher überall rumlag und gelagert wurde und meist möchte man das frisch genähte Teil doch auch direkt anziehen. Also – immer vor dem Nähen WASCHEN!

2. Feine Stecknadeln verwenden

Stecke deinen Papierschnitt mit den feinsten Stecknadeln fest die du hast. Achte dabei auch darauf, dass die Spitzen der Stecknadeln noch intakt sind. Stecke die Nadeln am besten auch außerhalb deiner Nahtlinie in den Stoff, d.h. in der Nahtzugabe. So verhinderst du notfalls kleine Löcher, falls der Stoff sehr empfindlich sein sollte oder deine Stecknadel doch nicht mehr so ganz intakt war. Da bei meinen Schnitten die Nahtzugabe immer mit eingezeichnet ist, kannst du ganz einfach in dieser stecken. Falls du Nähgewichte hast würde ich diese auch verwenden.

3. Nicht auf glatten Oberflächen zuschneiden

Wenn möglich schneide deine Viskose auf einem kurzflorigen Teppich zu, dann verrutscht es weniger. Du kannst aber auch einen Baumwollstoff oder ein Bettlagen darunter legen. Ich würde dir nur abraten auf dem glatten Boden oder Tisch direkt zuzuschneiden. Außerdem solltest du dir wirklich Zeit nehmen den Stoff gerade auszurichten. Vor allem in der Bruchkante ist dies sehr wichtig. Wenn sich dort etwas verzieht hast du am Ende einen schiefen Rücken. Falls sich dein Stoff gar nicht ordentlich im Bruch legen lässt, dann schneide deine Schnittteile lieber nicht im Bruch sondern bei offen gelegten Stoff zu.

4. Stoff nur leicht anheben

Schneide mit deiner Schere dann langsam und kleine, saubere Schnitte. Mit der anderen Hand, bei mir die linke, fixiere ich dann immer wieder mein Schnittteil. Versuche außerdem den Stoff so wenig wie nur möglich anzuheben. Kleinere Teile kannst du dafür auch perfekt mit einem Rollschneider zuschneiden. Vergiss dann bitte nur nicht deine Schneidematte unterzulegen.

5. Kreideroller oder Seife verwenden

Zum Anzeichnen deines Schnittes brauchst du etwas was leicht gleitet. Ich benutze dafür meinen Kreideroller (du findest ihn auch hier* bei Amazon), aber angespitzte Seife soll wohl auch gut funktionieren – hab ich jetzt aber selbst noch nicht ausprobiert. Von der klassischen Schneiderkreide würde ich hier abraten, da du bei dieser viel zu fest aufdrücken musst und sich dadurch wieder dein Stoff verziehen könnte. Wenn meine Schnittteile die Nahtzugabe bereits enthalten verzichte ich auch aufs Anzeichnen und schneide den Stoff immer direkt zu. 

6. Papierschnittteile auf dem Stoff liegen lassen

Nimm die Papierschnittteile auch erst vom Stoff, wenn du diesen verarbeitest. Du solltest sie auf jeden Fall beim Zuschneiden noch auf dem Stoff liegen lassen, da sie diesen zusätzlich noch einmal etwas beschweren. 

7. Grobschnitt für Kleinteile mit Einlage anfertigen

Oftmals werden nur Kleinteile wie der Beleg oder wie bei meinen Kleidern PAOLA und VALENTINA die Blenden verstärkt. Hierfür am besten erstmal mit einem Grobschnitt beginnen. D.h. man schneidet sich ein Rechteck zurecht auf dem die Teile Platz finden, auf dieses bügelst du dann komplett die Einlage. Anschließend legst du deine Schnittteile auf und schneidet sie aus. So verhinderst du, dass sich deine Viskose bei diesen Kleinteilen verzieht und sparst außerdem einen Arbeitsschritt, da du die Schnittteile nicht auch noch extra aus Einlage zuschneiden musst. 

8. Microtex-Nadel verwenden

Am besten benutzt du eine Microtex Nadel – auch hier ist es wichtig, dass deine Spitze intakt ist. Ich nehme meist eine in der Stärke 60. Fahre dafür am besten einmal mit dem Daumen über deine Nadel. Wenn etwas kratzt bzw. du einen Widerstand spürst, ist deine Nadel vermutlich kaputt und du solltest diese vor dem Nähen austauschen. 

9. Kurze Stichlänge verwenden

Wähle am besten eine kurze Stichlange, also zwischen 2-3 und eine nicht allzu hohe Fadenspannung. Test vorher deine Stiche auf einem Probestück von deinem Stoff. Falls du einen Obertransportfuß besitzt, kann dieser auch sehr hilfreich beim Verarbeiten sein. 

10. Mit Overlock oder 3-fach-Zick-Zack-Stich versäubern

Am besten versäuberst du Viskose mit einer Overlock oder einem 3-fach-Zick-Zack-Stich. Ich versäubere bei meinen Kleidern die Nahtzugabe immer nach dem Nähen der Naht zusammengefasst. So wird meine Naht weniger dick und das Kleid sieht auch von innen professioneller aus. Bei besonders dünner Viskose solltest du auch mal über französische Nähte nachdenken. Beachte aber hierbei, dass du deine Schnittteil mit entsprechend mehr Nahtzugabe zuschneidest. 

11. Nie direkt an den Stoffkanten mit dem Nähen beginnen

Beginne außerdem nicht direkt am Anfang vom Stoff mit der Naht. Es kann so leicht passieren, dass deine Nähmaschine den Stoff frisst. Beginne ein paar mm im Stoff und ziehe deinen Ober- und Unterfaden straff nach hinten. So verhinderst du dass dein Stoff im inneren deiner Nähmaschine verschwindet. 

12. Rollsaum oder eingeschlagener Saum

Am schönsten sieht bei Viskose ein doppelter eingeschlagener Saum, so nenne ich ihn immer bzw. Umschlagsaum aus. Ich bügel dafür immer meinen Saum um 1.5cm nach innen und schlage ihn dann noch einmal ein. Meine fertige Saumbreite beträgt dann 0,75cm. Diesen steppe ich dann mit 0,5cm ab. Einfacher und schneller geht’s mit dem Rollsaum von der Overlock und sieht auch noch gut aus. 

Ich hoffe, dass die Tipps hilfreich für Euch waren und keine Angst! Wenn ihr ordentlich zuschneidet ist auch das Nähen mit Viskose echt kein Problem und wie bei allem nur eine Übungssache. Und die Ergebnis die ihr damit erzielen könnt sind umso schöner! Also traut Euch!

Liebste Grüße

Eure

Anja

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6 Kommentare zu „Viskose verarbeiten – meine 12 Tipps“

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